Im Jahre 1988 gründeten 10 Landwirte aus der Marktgemeinde Pischelsdorf und aus den angrenzenden Nachbarsgemeinden die Nahwärmeversorgungsgenossenschaft Pischelsdorf. Der Nahwärmeversorgungsgenossenschaft traten in den Jahren 1988/1989 weitere Mitglieder bei, sodass das Unternehmen heute 35 Mitglieder, vorwiegend Landwirte aus Pischelsdorf und der näheren Umgebung, zählt. Ziel der Gründung der Firma war die Errichtung einer Biomasse-Wärmeversorgungsanlage in der Gemeinde Pischelsdorf. Von der Marktgemeinde Pischelsdorf wurde bis zu diesem Zeitpunkt eine kleine Fernwärmeversorgungsanlage in einer aufgelassenen Schuhfabrik, welche zu einem Gewerbepark umfunktioniert wurde, mit Heizöl betrieben.
Die große Heizzentrale kann deutlich energieeffizienter arbeiten als
eine Vielzahl kleiner und vor allem veralteter Einzelanlagen. Es muß insgesamt
weniger Brennstoff eingesetzt werden als in entsprechend vielen Einzelhausheizungen.
Zudem ist die Biomasse-Verbrennung klimaneutral, da bei der Verbrennung von
Holz zwar CO2 frei wird, aber in heimischen Wäldern, die nachhaltig bewirtschaftet
werden, ebenso viel Holz wieder nachwächst, wie geschlägert wird,
und ebenso viel CO2 dabei gebunden wird, wie bei der Verbrennung freigesetzt
wird. Die Gesamtbilanz ist daher Null.
Positiver Nebeneffekt ist, dass das bisher vor allem für Kohle und Öl
zu Heizzwecken ausgegebene Geld jetzt in der Region verbleibt.
Vor dem Anschluß wurde ein Großteil der Gebäude mit Öl
oder Kohle beheizt.
Viele Einfamilienhäuser heizten mit Kohle und Holz. Es handelte sich dabei
zumeist um technisch längst überholte Zentralheizungen.
Durch die Stillegung der alten Heizanlagen bzw. durch den sofortigen Anschluß einiger Neubauten erfolgt pro Jahr eine Einsparung von:
240.000 l Heizöl. Da ein Liter Öl etwa 850 g wiegt,
ergibt dies ein Einsparung von ca. 750 t CO2.
65.000 kg Kohle. Das ergibt eine CO2-Reduktion um 65 x 2,3
(Mittelwert) von ca. 150 t.
Die Summe der vermiedenen CO2-Emissionen beträgt daher ca. 900 t CO2 im Jahr. Da Holz CO2-neutral ist, kommen die Einsparungen voll zur Geltung.
Das Entwicklungsprogramm für die nächsten Jahre verspricht, dass die Einsparung von 1000 t CO2 immer näher rückt.
Die Führung der Genossenschaft erfolgt vorwiegend durch einen nebenberuflich angestellten Geschäftsführer und durch die gesetzlich vorgeschriebenen Verwaltungsorgane (Vorstand, Aufsichtsrat). Die technische Betreuung der Anlage und des FW-Netzes wird ebenfalls durch einen nebenberuflich beschäftigten Landwirt durchgeführt. Da die Abrechnung der Entschädigungen nur nach tatsächlichem Aufwand erfolgen, ist der Personalaufwand und somit der gesamte Verwaltungsaufwand minimal.
Seit dem Jahre 2000 beschäftigt sich unsere Genossenschaft mit der Gewinnung von Strom aus Holz. Dies war auch mit ein Grund, dass der Firmenname von Nahwärmeversorgungsgenossenschaft Pischelsdorf auf Bioenergie Pischelsdorf geändert wurde.